Halbjahresbilanz: IG BAU fordert mehr Personal für Bauämter


Halbjahresbilanz: IG BAU fordert mehr Personal für Bauämter

Bau von 1.612 neuen Wohnungen
in der Region Hannover genehmigt
Grünes Licht für den Bau: Zwischen Januar und Juni wurde in der Region Hannover
der Neubau von 1.612 Wohnungen genehmigt. Das sind 70,4 Prozent mehr als im
ersten Halbjahr des vergangenen Jahres, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU)
mitteilt. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf neueste Zahlen des Statistischen
Bundesamts.
Investitionen von insgesamt 221,6 Millionen Euro planen demnach die Bauherren in
der Region Hannover, um aus den erteilten Genehmigungen neue Wohnungen zu
machen. Die IG BAU Niedersachsen-Mitte sieht jedoch Luft nach oben. „Viele
Sozialwohnungen sind aus der Preisbindung gefallen – und jetzt mit deutlich höherer
Miete auf dem Markt. Gegen den Schwund bei Sozialmietwohnungen und gegen den
Mangel an bezahlbaren Wohnungen hilft nur eins: bauen, bauen, bauen“, sagt
Bezirksvorsitzende Stephanie Wlodarski.
Erschwert werde das Bauen und Planen allerdings durch fehlendes Personal in den
Bauämtern. Nach IG BAU-Angaben sank die Zahl der Beschäftigten in den
kommunalen Baubehörden in Niedersachsen zwischen 1995 und 2010 um 31 Prozent
– zwischen 2011 und 2016 dann noch einmal um weitere 13 Prozent. Das hat eine
Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) herausgefunden.
Danach kamen auf 1.000 Einwohner in Niedersachsen zuletzt lediglich rund
0,7 Vollzeit-Beschäftigte in den Bauverwaltungen
„Der jahrelange Personalabbau in den Ämtern rächt sich in Zeiten einer anziehenden
Baukonjunktur besonders“, sagt Wlodarski. Engpässe bei der Planung und
Genehmigung führten dazu, dass wichtige Bauprojekte verschleppt würden. Das
betreffe auch die kommunale Infrastruktur – wie den Bau von Schulen, Straßen und
Krankenhäusern.
Laut DIW geben Städte und Gemeinden im Schnitt 85 Prozent ihrer Investitionen für
Bauten aus. „Mangelnde Planungskapazitäten haben daher enorme Auswirkungen auf
das Bauen vor Ort“, so Wlodarski. Deshalb sei ein Großteil der Kämmerer auch
weiterhin skeptisch, was den Abbau des Investitionsrückstands angehe. Nach einer
Umfrage des aktuellen KfW-Kommunalpanels rechnen nur 32 Prozent der Kämmerer
damit, den Rückstand bei der Verkehrsinfrastruktur in den nächsten fünf Jahren
abzubauen – trotz einer guten finanziellen Entwicklung in den meisten Kommunen.
68 Prozent erwarten, dass der Investitionsstau gleich bleibt oder anwächst