IG BAU Kreisverband Nienburg hatte zum gemütlichen Abend eingeladen


Da bei Terminplanung die WM Spiele noch nicht feststanden,
hatten einige Mitglieder kurzfristig abgesagt.
Dennoch ließen sich die Anwesenden das gegrillte,
den Salat und die Getränke bei bestem Wetter auf dem Hof des Kollegen Peglow in Uchte schmecken.
Wie immer hatte der Vorsitzende Rudi Nolte sich auch diesmal auf ein Thema vorbereitet.
Zum Thema Wohnungsraumnot in der BRD führte er aus: Mehr Wohnungsbau braucht das Land
Die Städte und vor allem Ballungszentren ziehen die Menschen wieder stärker an.
Grund: Arbeitsplätze, mehr Angebot an Infrastruktur und attraktives urbanes Leben.
Doch immer mehr Menschen stoßen auf weniger bezahlbare Wohnräume.
Das trifft einkommensschwache Arbeitnehmerhaushalte am stärksten.
Die Mietpreisbremse wirkt bestenfalls dämpfend.
Manche Fachkraft lehnt bereits heute Jobangebote aus Metropolen mit dem Verweis auf die teuren Lebenshaltungskosten
ab oder muss ins Umland ziehen,
auch wenn dies aus städtebaulichen- und Klimaschutzgründen nicht wünschenswert ist.
Von langen Arbeitswegen und Vereinbarkeit von Arbeit und Familie ganz zu schweigen.
Der Rückzug der Politik aus dem sozialen Wohnungsbau war ein
schwerer Fehler, der dringend rückgängig gemacht werden muss.
Wohnungsmärkte sind keine Kartoffelmärkte auf denen die reine Lehre von Angebot und Nachfrage gelten darf.
Wohnen ist ein elementares Grundbedürfnis.
100.000 neue preis- und belegungsgebundene Wohnungen müssen jährlich bereitgestellt werden,
um auslaufende Sozialbindungen auszugleichen.
Das reicht aber bei Weitem nicht aus.
Wir brauchen in Deutschland regional differenziert einen Wohnungsneubau
von 250.000 bis 300.000 Wohnungen. Darüber hinaus
müssen die 30 Millionen Wohnungen in Deutschland, die Energiefresser sind,
energetisch saniert werden. Zudem altert unsere Gesellschaft rasant.
Sinnvoll wäre es, den altersgerechten Umbau stärker zu fördern.
Eine solche wohnungspolitische Offensive
wird wie ein Konjunkturprogramm für die örtliche Handwerks- und Dämmstoffindustrie wirken.
Deutschland braucht für eine in die Zukunft gerichtete Wohnungspolitik einen Masterplan mit dem Ziel,
den alten Bestand an Wohnungen zu modernisieren
und mit Neubauten der Wohnungsnot entgegenzuwirken. Schuldenbremse und schwarzer Null zum Trotz.