Mindestlohn


Mindestlohn für 1.250 Bauarbeiter
im Kreis Schaumburg gestiegen
Mehr Geld für Maurer & Co.: Die 140 Bauunternehmen im Landkreis Schaumburg
müssen Facharbeitern nun mindestens 15,20 Euro pro Stunde zahlen. So hoch liegt ab
März der Mindestlohn in der Branche. Auch angelernte Kräfte haben damit Anspruch auf
43 Euro mehr im Monat, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mitteilt. Die
Lohnuntergrenze ist für alle Baubetriebe ein Muss. Sie beschäftigen nach Angaben der
Arbeitsagentur hier 1.250 Menschen.
Die IG BAU Niedersachsen-Mitte spricht von einem „überfälligen Lohn-Plus“ – appelliert
jedoch an Fachkräfte, eine Bezahlung nach Tarif einzufordern oder die Firma zu
wechseln. „Der Mindestlohn ist gut, aber der Tariflohn ist besser. Darunter sollte kein
ordentlicher Bauarbeiter arbeiten gehen“, so Bezirkschefin Stephanie Wlodarski. Dieser
liegt derzeit bei 20,63 Euro pro Stunde. „Der Boom im Baugewerbe geht weiter. Viele
Firmen suchen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern. Deshalb sollten
Bauarbeiter sich nicht unter Wert verkaufen – ohne sie geht es nicht“, sagt Wlodarski. Im
vergangenen Jahr verzeichnete die Branche bundesweit Auftragseingänge von knapp 80
Milliarden Euro – der höchste Wert seit 24 Jahren, so das Statistische Bundesamt.
Im März steigt außerdem der Mindestlohn für einfachste Hilfsarbeiten. Ungelernte
bekommen jetzt mindestens 12,20 Euro in der Stunde. Nach Einschätzung von
Gewerkschafterin Wlodarski versuchen jedoch einige Betriebe, Fachleute mit dem
Helfer-Lohn abzuspeisen. „Aber das ist illegal und kann bei einer Betriebskontrolle des
Zolls für den Arbeitgeber richtig teuer werden.“