Region Hannover: Gewerkschaft zieht Bilanz für das Baujahr 2018


Region Hannover: Gewerkschaft zieht Bilanz für das Baujahr 2018
3.200 neue Wohnungen gebaut
Baubilanz für die Region Hannover: Im vergangenen Jahr wurden in der Region insgesamt
3.172 Wohnungen gebaut – darunter 954 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind
2 Prozent mehr als im Vorjahr. Hierbei investierten Bauherren 426 Millionen Euro, wie die
Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG BAU Niedersachsen-Mitte beruft
sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes.
IG BAU-Bezirksvorsitzende Stephanie Wlodarski sieht beim Neubau jedoch „deutlich Luft
nach oben“. Entscheidend sei, was gebaut werde: „Die Wohnungen müssen zum
Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem
bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen.“ Dazu sei es dringend erforderlich,
die steuerliche Abschreibung (AfA) im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei
Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von
mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder – und das kontinuierlich
für die nächsten Jahre. In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von
Sozialmietwohnungen mit lediglich 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 werden die Mittel sogar auf
eine Milliarde abgesenkt. Zudem fallen pro Jahr rund 80.000 Sozialwohnungen aus der
befristeten Mietpreisbindung heraus – deutlich mehr als in den letzten Jahren neu gebaut
wurden.
„Der Bau braucht eine Perspektive. Und die bekommt er durch eine dauerhaft wirksame und
verlässliche Förderung. Nur dann werden in der gesamten Prozesskette – von der
Baustoffherstellung bis zur Verarbeitung auf dem Bau – die dringend notwendigen
Kapazitäten ausgebaut. Und das bedeutet zusätzliche Fachkräfte und sichere Arbeitsplätze,
zusätzliche Produktionsstraßen und Baumaschinen“, sagt Bezirkschefin Stephanie
Wlodarski. Die Baubranche müsse die Gewissheit haben, dass alles, worin sie heute
investiert, auch in fünf und zehn Jahren noch gebraucht werde.
Genau diese Signale fehlten allerdings in der aktuellen Wohnungsbaupolitik: So schaffe etwa
das zeitlich begrenzte Baukindergeld keine nachhaltigen Impulse. Statt in den Neubau fließe
die Förderung hier oft in den Kauf von alten Gebäuden.
„Es ist fatal, die Wohnungsbaupolitik von Wahl zu Wahl zu planen, statt verlässliche und
wirksame Rahmenbedingungen zu schaffen. Immerhin ist der Wohnungsbau bei wachsender
Bevölkerung unverzichtbar und ein wichtiger Motor der Binnenkonjunktur – auch in der
Region Hannover“, sagt Wlodarski. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im
vergangenen Jahr bundesweit rund 285.000 Wohnungen gebaut. „Damit hinkt die Große
Koalition ihrem Ziel, pro Jahr 375.000 neue Wohnungen zu schaffen, deutlich hinterher“, so
die IG BAU.