Seite 9367


Landkreis Hildesheim verspeiste
317 Tonnen Honig im letzten Jahr
Appetit auf flüssiges Gold: Rund 317 Tonnen Honig aßen die Menschen im Landkreis
Hildesheim im vergangenen Jahr – rein statistisch. Darauf hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt
(IG BAU) zum Internationalen Tag des Honigs [f. d. Red.: 7. Dezember] hingewiesen. Die
Gewerkschaft beruft sich dabei auf Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und
Ernährung (BLE). Danach lag der Pro-Kopf-Verbrauch mit 1,1 Kilo bei gut zwei Gläsern
Honig im Jahr.
Mit Sorge beobachtet die IG BAU Niedersachsen-Mitte jedoch das Bienensterben, das
den Imkern in der Region zunehmend zu schaffen mache. „Dafür ist auch die industrielle
Landwirtschaft verantwortlich. Monokulturen und Pestizide lassen den Bienen immer
weniger Lebensräume“, sagt Bezirksvorsitzende Stephanie Wlodarski. Gefährlich sei
insbesondere das Pflanzenschutzmittel Glyphosat. Laut einer aktuellen Studie aus den
USA greift das Herbizid die Darmflora der Bienen an – und ist einer der Hauptgründe für
den massiven Rückgang der Bienenvölker. Die IG BAU fordert auch deshalb ein Verbot
von Glyphosat. Das Mittel ist in Deutschland im Gegensatz zu anderen EU-Ländern
weiterhin erlaubt.
„Wenn wir in Zukunft überhaupt noch heimischen Honig essen wollen, dann muss es ein
Umdenken in der Landwirtschaft geben – mehr Vielfalt und weniger Einsatz von Chemie“,
fordert Wlodarski. Laut Statistik wird schon jetzt der Großteil des in Deutschland
gegessenen Honigs importiert – insbesondere aus Argentinien, Mexiko und der Ukraine.
Dabei steht die Bundesrepublik beim Honigverzehr weltweit an der Spitze. Allein zwischen
2016 und 2017 nahm der Verbrauch nach Angaben der BLE um 15 Prozent zu.