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Hannoveraner Zoll kontrollierte210 Baufirmen im ersten Halbjahr

Schwarzen Schafen das Handwerk legen: Im Kampf gegen illegale Machenschaften auf
dem Bau fordert die Gewerkschaft IG BAU mehr Zoll-Kontrollen in Region Hannover.
Obwohl die Zöllner einen Schwerpunkt auf die Branche legten, gerate nur ein kleiner
Teil der 750 Baufirmen in der Region ins Visier der Beamten, kritisiert Stephanie
Wlodarski.
Die Bezirksvorsitzende der IG BAU Niedersachsen-Mitte verweist auf eine aktuelle
Statistik der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS). Im gesamten Bereich des
Hauptzollamts Hannover wurden demnach zwischen Januar und Juni
210 Bauunternehmen kontrolliert. Dabei deckten die Beamten einen Schaden von rund
343.700 Euro wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Dies geht aus
einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der
Arbeitsmarktpolitikerin Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor.
„Das Ausmaß des Steuer- und Sozialbetrugs zeigt, wieviel kriminelle Energie bei
einigen Firmen am Werk ist“, betont Gewerkschafterin Wlodarski. Leidtragende seien
nicht nur geprellte Bauarbeiter und der Staat, sondern auch sauber wirtschaftende
Unternehmen. Denn wer die Vorschriften umgehe, könne Bauvorhaben weitaus billiger
anbieten als die Konkurrenz. „Hier hilft nur eine höhere Kontrolldichte durch den Zoll. Je
größer die Gefahr, bei illegalen Praktiken erwischt zu werden, desto eher werden
Firmen die Finger von Dumping-Angeboten lassen – und damit von Schwarzarbeit und
Lohn-Drückerei.“ Ein entscheidendes Instrument, um einen fairen Wettbewerb und ein
einheitliches Lohngefüge auf dem Bau zu sichern, seien die speziellen Mindestlöhne in
der Branche, so die Gewerkschaft. Ihre Einhaltung wird ebenfalls vom Zoll kontrolliert.
Nach Informationen der IG BAU stattete der Hannoveraner Zoll im ersten Halbjahr
insgesamt 812 Firmen einen Besuch ab – darunter im Reinigungs-, Transport- und
Gaststättengewerbe. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Kontrollen
um 19,2 Prozent

Besuche des Zolls auf der Baustelle enden oft mit Ermittlungsverfahren und Bußgeldern. Mit Blick
auf das Ausmaß von Schwarzarbeit und Lohn-Prellerei fordert die IG BAU noch mehr Kontrollen in
der Branche.